Gewürze: Muskat

Muskat


Der Muskatnussbaum

Die Muskatnuss trägt ihren Namen zu Unrecht: Botanisch gesehen ist sie nämlich gar keine Nuss. Tatsächlich handelt es sich um den Samen der Frucht des Muskatnussbaums (Myristica fragrans), einem immergrünen Tropenbaum. Ursprünglich stammt er von den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken, den berühmten Gewürzinseln Indonesiens. Heute wird Muskat vor allem in Indonesien, Indien und Guatemala angebaut. Seinen Namen verdankt das Gewürz einem Duft, der frühere Händler an Moschus erinnerte.

Blüte und Frucht

Muskatnussbäume sind entweder weiblich oder männlich. Die winzigen, blassgelben weiblichen Blüten sitzen entweder einzeln oder in kleinen Blütenständen zusammen. Aus ihnen entwickeln sich später die Früchte.

Diese sind gelblich, birnenförmig und etwa so groß wie eine Aprikose. Springt die reife Frucht auf, kommt der eigentliche Schatz zum Vorschein: ein etwa drei Zentimeter großer Samen, umhüllt von einem leuchtend roten, netzartigen Samenmantel.

Geschichte

1512 erreichten die Portugiesen die Banda-Inseln und eröffneten den direkten Muskat-Handel. Weil das Gewürz später als Schutz vor der Pest galt, wurde es so wertvoll, dass europäische Kolonialmächte erbittert darum kämpften. Die Niederländer errichteten schließlich ein Monopol und tauschten 1667 sogar Manhattan gegen die Muskatinsel Run ein. Erst im 18. Jahrhundert wurde das Monopol durch den Schmuggel von Muskatpflanzen gebrochen.

Inhaltsstoffe

Muskat ist reich an Inhaltsstoffen: Der Samen enthält rund 30 bis 40 Prozent fettes Öl sowie fünf bis 15 Prozent ätherisches Öl. Mazis besitzt ebenfalls einen hohen Ölanteil und enthält unter anderem Harze, Lignane und den roten Farbstoff Lycopin. Wegen der Gefahr von Schimmelpilzen in beschädigten Kernen empfiehlt es sich, möglichst ganze Muskatnüsse zu kaufen und sie erst kurz vor der Verwendung zu reiben.

In der Küche

Frisch gerieben entfaltet Muskat sein volles Aroma, das allerdings schnell verfliegt. Deshalb schmeckt eine frisch geriebene Nuss deutlich intensiver als fertig gemahlenes Pulver. Auch das Fruchtfleisch wird genutzt, etwa für Konfitüren oder Sirup. In der Lebensmittelindustrie kommt häufig Muskatöl zum Einsatz, außerdem findet es Verwendung in Zahnpasten, Parfüms und einigen Arzneimitteln zur Geschmacksverbesserung.

Vorsicht, leicht giftig!

Muskat sollte allerdings sparsam dosiert werden. Kleine Mengen verleihen Kartoffelpüree, Spinat oder Béchamelsauce ihr typisches Aroma. Größere Mengen können dagegen wegen Inhaltsstoffen wie Myristicin zu Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Halluzinationen und Herzrasen führen. Wie so oft gilt also: Die richtige Dosis macht den Genuss.