Alle Artikel, die sich mit der Flora Incognita App (Funktionen, Updates, Anwendung) beschäftigen.

Kann man Flora Incognita in der Grundschule einsetzen?

Heute unterstützten Teile des Teams Flora Incognita eine Schule in Jena bei ihrem Projekt „Wiese“, um diese Frage zu beantworten. Das Fazit ist klar: Ja.

24 Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Jahrgangsstufe packten gerade noch ihre Frühstücksdosen weg, als das Team Flora den Klassenraum der „Korallen“ betrat. 24 Augenpaare musterten die Neuankömmlinge, aber schnell gewann die Neugier die Oberhand. Die Kinder kannten bereits den Aufbau einer Blume (Blüte, Blatt und „Furzel“) und durften in den Stunden zuvor schon üben, erste Blüten anhand von Büchern zu bestimmen. Heute sollten sie vom Team Flora eine Einführung in das Thema „Artenvielfalt auf der Wiese“ bekommen. Außerdem wurden wir gebeten zu erklären, was eine App ist, und was es mit Flora Incognita auf sich hat.

Ein kurzer, interaktiver Vortrag, der die Kinder aktiv mit kleinen Quiz-Einlagen integrierte, bereitete auf die anschließende Exkursion nach draußen vor. Was ist eine Wiese, was unterscheidet sie von einem Wald, einem Strand, Röhricht oder einem Flussufer? Ist Gras gleich Gras? Und wie viele verschiedene Blümchen sind wohl auf einer Wiese in Jena zu finden? Mehr als 3? 5? 10? 15 oder sogar 20?

Mit einem Satz iPads und einem mobilen Router ausgestattet ging es anschließend auf eine nahe liegende Wiese, die mager genug war, um Habitat für 50 bis 80 Wildpflanzenarten zu sein. Hier konnten die Kinder in Dreiergruppen mit einem Tablet losziehen und die Pflanzenwelt erkunden. Gelber Hahnenfuß, lilafarbener Storchschnabel, blauer Wiesen-Salbei, weiße Margeriten, aber auch Zypressen-Wolfsmilch oder der kleine Wiesenknopf waren schnell gefunden. In etwa einer Stunde fanden manche der Sieben- bis Achtjährigen 29 verschiedene Pflanzenarten! Dabei war es die größere Herausforderung, Namen wie „Rauhaariger Alant“ oder „Gamander-Ehrenpreis“ zu lesen, als die App zu benutzen. Kleine Kniffe wie das Umdrehen des Geräts, so dass die Kamera nah am Boden ist, oder das Zoomen auf dem Bildschirm, um kleine Blüten groß zu fotografieren, waren schnell gelernt. Allerdings war es für die Schülerinnen und Schüler nur in wenigen Fällen möglich, Gräser und sehr filigrane Pflanzen so zu fotografieren, dass eine Bestimmung möglich war.

Fazit
Für uns war deutlich: Flora Incognita ist eine App, die auch für Schulkinder intuitiv genug ist, um selbstständig bedient zu werden. Die Bestimmungsgenauigkeit ist auch bei nicht optimalen Bildern gut genug, dass Kinder eine Stunde lang Erfolgserlebnisse haben. Natürlich bleiben die komplizierten Namen nicht lange im Kopf hängen, aber was bleibt war eine Stunde Spaß beim Entdecken der Natur und die Erkenntnis, dass eine Wiese doch mehr ist als grünes Gras.

 

Bildnachweis: Susanne Zaehle

„Sonja Bernadotte-Preis für Wege zur Naturerziehung“ 2023 für Flora Incognita

Der „Sonja-Bernadotte-Preis für Wege zur Naturerziehung“ wird jährlich von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (DGG) verliehen und ist als Auszeichnung für herausragende Leistungen für Wege zur Naturerziehung gedacht.
Der Preis soll den Stellenwert von Naturerziehung und Naturerfahrung bewusst machen, das Engagement für die Naturerziehung stärken und den Einsatz dafür finanziell unterstützen. Den Sonja-Bernadotte-Preis  im Jahr 2023 erhält die Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita. Das Kuratorium begründete seine Entscheidung damit, dass „Deutschlands beliebteste Pflanzenbestimmungs-App nicht nur von Laien geschätzt und millionenfach genutzt, sondern mittlerweile auch von Botaniker:innen eingesetzt und empfohlen wird.“ In der Erklärung für die Auswahl wurde insbesondere der hohe wissenschaftliche Anspruch und die Bedeutung als interdisziplinäres Citizen-Science-Projekt-hervorgehoben. „Sie ist ein exzellentes Beispiel für den sinnvollen und gewinnbringenden Einsatz von KI, für die Demokratisierung von Wissen und für moderne „Wege der Naturerziehung“, sowohl in der formellen Bildung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden als auch für die informelle Erwachsenenbildung.“

Dr. Jana Wäldchen vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena und Prof. Patrick Mäder von der Technischen Universität Ilmenau nahmen die Auszeichnung am 20. Oktober 2023 in Jüchen auf Schloss Dyck in Empfang.

Mehr Information: Sonja Bernadotte-Preis

Jana Wäldchen und Patrick Mäder nahmen den Sonja Bernadotte-Preis 2023 in Empfang.

Ilmenauer Wissenschaftsnacht und Max-Planck-Tag 2023

Ilmenau am Abend des 1. Juli 2023. Menschen schauen auf ihr Mobiltelefon, um herauszufinden, ob sie aufgrund der Wetterlage gleich einen Schirm brauchen. Aber ist das schon alles? Nein!

Manche von ihnen schauen auf ihr Handy, um den Steckbrief einer rosablühenden Wildpflanze zu lesen: Epilobium angustifolium steht da, das Schmalblättriges Weidenröschen. Gehört zur Familie der Nachtkerzen und wächst am Waldrand. Oder Hypericum perforatum, das Echte Johanniskraut. „Das kenne ich als Tee! So sieht das also aus?“ Ja!

Diese Situationen und viele ähnliche konnten wir erleben, als sich am 1. Juli 2023 die Türen (unter anderem) des Zuse-Baus an der TU Ilmenau zur Ilmenauer Wissenschaftsnacht öffneten und viele interessierte Menschen vorbeikamen, um „Flora Incognita mal persönlich zu treffen“. Und wir waren gut vorbereitet: Mit blühenden Wildpflanzen in Töpfen, einem App-Quiz und botanischen Führungen über den Uni-Campus, aber auch mit weitergehenden Angeboten wie dem Mikroskopieren von Phytoplankton oder Informationsständen die erklärten, wie die Künstliche Intelligenz hinter Flora Incognita bereits genutzt wird, um Ackerwildkräuter über Drohnenaufnahmen zu bestimmen, oder um Städteplaner:innen zu unterstützen, wildbienenfreundliche Landschaftsgestaltung zu unternehmen.

Ein weiterer Fokus unserer Präsentation war die Aufklärung darüber, wie wir mit den Pflanzenbestimmungen der Flora-Incognita-App Forschung betreiben. Unsere Wissenschaftler:innen wurden nicht müde darzulegen, dass sich in den Daten bereits phänologische Verschiebungen in den Blühphasen von Pflanzen nachweisen lassen, oder dass sich die Verbreitung von invasiven Arten wie dem Drüsigen Springkraut überwachen lässt. In Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels sind solche Informationen sehr wertvoll; und mit der neuen Projektfunktion von Flora Incognita ist es für Naturschutzinteressierte leicht, auch eigene Citizen-Science-Projekte durchzuführen und die so erhobenen Beobachtungsdaten selbst auszuwerten.

Es ist immer wieder etwas Besonderes, mit Langzeit-Fans ins Gespräch zu kommen, und zu erfahren, welche Aspekte der App besonders beliebt und welche noch ausbaufähig sind. Aber ebenso stolz sind wir, wenn wir Menschen die Skepsis nehmen können, die App einfach mal auszuprobieren und anzufangen, Pflanzen zu bestimmen. Fun Fact: Insgeheim zählen wir bei solchen Veranstaltungen gern, wie viele Neuinstallationen wir durch unseren Einsatz vor Ort erreichen konnten!

Aber nicht nur in Ilmenau konnten wir überzeugen: Auch in Göttingen, wo am 23. Juni anlässlich der 75-Jahrfeier der Max-Planck-Gesellschaft der Max-Planck-Tag stattfand, waren wir mit einem Informationsstand auf dem Marktplatz präsent. Leider waren aufgrund des Dauerregens nicht viele Menschen unterwegs, aber das ermöglichte es uns, mit den Interessierten umso länger und intensiver über unsere App, den Verlust der Biodiversität und unsere Forschungsarbeit zu sprechen. In Göttingen waren wir gemeinsam mit den Wissenschaftler:innen des ATTO-Towers (MPI für Biogeochemie Jena und MPI für Chemie Mainz) am Start, die mit einer VR-Station einluden, den Messturm im Amazonas-Regenwald zu erklimmen und über ihre Klimaforschung zu sprechen. Ein besonderes Highlight des Tages war der Besuch von Prof. Patrick Cramer, dem neuen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, an unserem Stand.

Wir möchten an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen an alle, die sich die Zeit genommen haben, uns Lob und Kritik zu überbringen, Fragen zu stellen und neugierig zu sein. Danke auch an Manuel Maidorn und die Mitarbeiter:innen des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen für das Bereitstellen der vielen Pflanzen am Stand! Außerdem gilt unser Dank unseren Förderern, die diese Öffentlichkeitsarbeit möglich machen.

Bis bald!


Bildnachweis Titelbild: Max-Planck-Gesellschaft, Fotograf: David Ausserhofer

So exportierst Du Deine Flora-Incognita-Funde in individuelle Karten (Google Maps, QGIS und R)

Oft erreicht uns die Frage, ob man sich seine Pflanzenfunde auch außerhalb der Flora-Incognita-App ansehen kann, zum Beispiel in Google Maps oder in einem Geoinformationssystem (GIS). Die Antwort ist einfach: Ja, das geht! In diesem Artikel findest Du 3 Anleitungen dafür – je nach dem, was Dein Anwendungsfall ist.

Flora-Incognita-Beobachtungen aus der App heraus exportieren

Egal für welche Methode Du Dich entscheidest, zunächst musst Du Deine Beobachtungen aus der Flora-Incognita-App exportieren.

1) Öffne dafür Deine Beobachtungsliste unter Meine Beobachtungen von der Startseite und tippe oben rechts auf das Teilen-Symbol. Du kannst nun eine .csv- oder eine .gpx-Datei über verschiedene Wege auf Deinen Rechner übertragen.

2) Achtung, beim Export via GPX können nur Beobachtungen berücksichtigt werden, die den Fundort mit gespeichert haben.

3) Möchtest Du Deine Beobachtungen inklusiver der Bilder exportieren, empfehlen wir, die Beobachtungsliste zunächst begrenzend zu filtern, um die Anzahl der zu exportierenden Beobachtungen zu verringern. Der Grund hierfür ist die enorm ansteigende Dateigröße, die durch die Bilder entsteht.

Flora-Incognita-Beobachtungen in Google Maps importieren

Mit dieser Methode kannst Du Dir Deine Funde in Google Maps am Desktop anzeigen lassen. Es wird keine zusätzliche Software benötigt.

  1. Gehe zu https://www.google.com/intl/de_de/maps/about/mymaps/ und starte unter Jetzt starten ein neues Projekt.
  2. Klicke auf dem Tab Eigene auf Neue Karte Erstellen. Du erhältst eine leere Karte mit einem eigenen Kontextmenü:
    Leere Google-Maps-Karte
  3. Klicke unter Unbenannte Ebene auf Importieren und wähle die zuvor exportierte .csv-Datei aus.
  4. Im folgenden Menü wähle die Spalten latitude und longitude. Klicke Weiter.
  5. Wähle nun aus, womit Deine Fundpunkte beschriftet sein sollen. Wähle name für den Trivialnamen oder scientific name für den wissenschaftlichen Namen. Klicke Abschließen. Achtung: Die Punkte sind nun zwar markiert, aber die Beschriftung noch nicht sichtbar.
  6. Im Menü-Fenster klicke auf Einheitlicher Stil und wähle unter Label aus, welchen Namen Du angezeigt haben möchtest.
  7. Unter Basiskarte kannst Du die zugrundeliegende Karte noch nach Belieben verändern:
    GoogleMaps-Screenshot der einen Feldweg zeigt, an welchem Pflanzenfunde mit Flora Incognita dokumentiert wurden.
  8. Weitere individuelle Anpassungen sind unter den verfügbaren Menüpunkten möglich. Ein Klick auf den Fundpunkt zeigt die übertragenen Meta-Informationen an.

Flora-Incognita-Beobachtungen in QGIS importieren

QGIS ist eine professionelle GIS-Anwendung, die auf der Grundlage von Freier- und Open-Source-Software (FOSS) entwickelt wurde. Diese Option zu wählen ist sinnvoll, wenn Du Dich beruflich oder in Deiner Freizeit mit GIS beschäftigst.

  1. Öffne QGIS und lege ein leeres Projekt an (Project -> New).
  2. Im linken Menü Browser wähle unter XYZ Tiles per Doppelklick Deine Kartengrundlage aus, in unserem Beispiel ist das OpenStreetMap. Du kannst nun bereits in die Karte hineinzoomen.
  3. Klicke in die Hauptnavigation im Anwendungsfenster auf Layer und wähle aus dem Kontextmenü Layer hinzufügen und folgend Getrennte Textdatei als Layer hinzufügen
    Screenshot aus QGIS, der eine Weltkarte zeigt und die im Text beschriebenen Menüs in ausgeklappter Form.
  4. Wähle in dem nun verfügbaren Fenster ganz oben unter Dateiname die aus der App exportierte .csv-Datei aus. Prüfe anschließend das ausgelesene Dateiformat auf die folgenden Parameter:
    • Dateiformat: CSV (kommagetrennte Werte)
    • Geometriedefinition: X-Feld: longitude; Y-Feld: latitude
    • Geometrie – KBS: EPSG:4326 – WGS 84

    Deine Daten sollten diesen Aufbau haben:
    Screenshot einer Datentabelle, die die Spalten id, date, scientific name und name zeigt, und mehrer Zeilen mit entsprechenden Einträgen.

  5. Klicke unten rechts auf Hinzufügen und schließe das Fenster. Du siehst Deine Funde nun in der Karte, aber noch ohne Beschriftung. Wie Du deine Funde individuell angepasst darstellen kannst, lernst Du nun.
  6. Mache einen Rechtsklick links neben der Karte im Layer-Feld auf Deinen Flora-Incognita-Layer. Wähle Eigenschaften.
  7. Unter Beschriftung ändere die Einstellung von Keine Beschriftung zu Einzelne Beschriftung. Darunter unter Wert kannst Du wählen, ob Du den wissenschaftlichen oder den Trivialnamen angezeigt haben möchtest. Bestätige mit OK. Das Ergebnis sieht zum Beispiel so aus:
    Screenshot aus QGIS, welcher einen stilisierten Ackerranstreifen zeigt, auf dem viele Pflanzenfunde als Punkte zu sehen sind, mit dem dazugehörigen deuteschen Namen.

Flora-Incognita-Beobachtungen in R importieren

R ist eine freie Programmiersprache für statistische Berechnungen und Grafiken. Für diese Anleitung müssen mit der dafür vorgesehenen Software vorbereitete Skripte ausgeführt werden. Grundwissen im Umgang mit R ist demnach notwendig.

  1. Gehe zu https://www.r-project.org und installiere die aktuelle Version des Programms R.
  2. Gehe zu https://posit.co/products/open-source/rstudio/ und installiere das aktuelle RStudio.
  3. Installiere und lade die notwendigen Bibliotheken.
    install.packages("leaflet")
    install.packages("leaflet.extras2")
    install.packages("htmlwidgets")


    library(leaflet)
    library(leaflet.extras2)
    library(htmlwidgets)
  1. Lies Deine .csv-Datei ein.
    dat<-read.csv("/dein pfad/deine_datei.csv",header=TRUE)

 

  1. Erstelle und lade die Karte. Eng benachbarte Beobachtungen sind geclustert.map1<-leaflet(data = dat) %>%
    addProviderTiles('OpenStreetMap.Mapnik' ) %>%
    addCircleMarkers(lng = ~longitude, lat = ~latitude,
    label = ~scientific.name, radius=7,labelOptions = labelOptions(style = list("color" = "black"),
    noHide = T, textOnly=T,textsize = "10px",offset = c(1, 12)),
    color="black",clusterOptions = markerClusterOptions(spiderfyOnMaxZoom=T))


    map1
  1. Füge die Pflanzenfunde der Karte hinzu. Soll der deutsche Name angezeigt werden muss „scientific.name“ durch „name“ ersetzt werden.map2<-leaflet(data = dat) %>%
    addProviderTiles('OpenStreetMap.Mapnik' ) %>%
    addLabelOnlyMarkers(lng = ~longitude, lat = ~latitude,group="labs",
    label = ~scientific.name,labelOptions = labelOptions(style = list("color" = "black"),
    noHide = T, textOnly=T,textsize = "10px",offset = c(1,12))) %>%
    addCircleMarkers(lng = ~longitude, lat = ~latitude,color="black") %>%
    addCircleMarkers(lng = ~longitude, lat = ~latitude, radius=2, label = ~scientific.name, color="white")
    addLabelgun(map2,group="labs")


    map2
  1. Exportiere Deine Karte als .html-Datei
    saveWidget(map2, file="/dein pfad/map.html")

    Screenshot aus der Karte, die mit R generiert wurde. Zu sehen sind drei Pflanzenfunde in einer Seenlandschaft.

Hier kannst Du Dir die Anleitung auch als Textdatei herunterladen: R_MapExport

Krautschau 2023

Hast Du schon mal was von urbaner Biodiversität gehört?

Zwischen Pflasterfugen und Mauerritzen wachsen in unseren Städten und Dörfern über 500 Pflanzenarten. Angepasst an extreme Bodenbedingungen wie Tritt- und Fahrbelastung, Hitze und Verschmutzung bieten sie zahlreichen Kleinlebewesen wertvolle Ökosysteme, nehmen Regenwasser auf und binden Staub. Doch meistens sind wir uns kaum bewusst, was eigentlich vor unserer eigenen Haustür wächst. Mit der Aktion #Krautschau soll das Bewusstsein für Wildpflanzen in Siedlungsgebieten gestärkt werden.

Was bedeutet Krautschau?

Die Krautschau entstand als Bewegung von Botaniker:innen und Pflanzenliebhaber:innen als Reaktion auf die verbreitete Erscheinung der „Plant Blindness“. Diese „Blindheit gegenüber Pflanzen“ beschreibt das Phänomen, dass Pflanzen (im Gegensatz zu Tieren) in der Umwelt nicht bewusst wahrgenommen werden. Um das zu verändern, werden Pflanzen am Wegesrand in unseren Städten und Dörfern bestimmt und mit Kreide beschriftet, sodass ihr Name für Passant:innen sichtbar wird. Ursprünglich in Frankreich ins Leben gerufen, breitete sich diese Initiative über England nach Deutschland aus, und die Hashtags #Krautschau und #MoreThanWeeds haben sich insbesondere auf Twitter und Instagram etabliert.

Krautschau-Aktionszeitraum

Wir möchten Dir einen ganz besonderen Anreiz geben, bei der Krautschau 2023 teilzunehmen! Gemeinsam mit der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Freiburg haben wir vom 18.-29. Mai 2023 eine Aktionswoche ins Leben gerufen, bei der Du Dir in Deiner Flora-Incognita-App ein ganz besonderes Abzeichen verdienen kannst! Finde und dokumentiere bis zu 40 verschiedene Wildpflanzen Deiner Stadt, um alle fünf Level freizuschalten.

Forschungsdaten beitragen

Aber es gibt noch mehr! Wenn Du möchtest, kannst Du die Beobachtungen, die Du im Rahmen Deiner Krautschau sammelst, einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt zur Verfügung stellen. Dafür musst Du die spezielle Projektfunktion freischalten, einfach über diesen Link: Krautschau-Projekt freischalten. Nach einer Pflanzenbestimmung kannst Du über den Knopf *+Stichwort* die Beobachtung dem Projekt Krautschau zuordnen. Dr. Julia Krohmer ist die Projektverantwortliche bei der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und erhält die so erhobenen Bilder, Artnamen und Standortdaten zur wissenschaftlichen Auswertung – selbstverständlich vollständig anonymisiert! Dieses Projekt ist ganzjährig aktiv, unabhängig vom Aktionszeitraum.

Dieser Artikel wurde im Frühjahr 2023 in der Flora-Incognita-App als Story angezeigt. In der App findest Du jederzeit spannende Informationen zu Pflanzen, Ökologie, Artenkenntnis, sowie Tipps und Tricks zum Pflanzenbestimmen. Schau‘ doch mal rein!

Happy Birthday: Flora Incognita wird 5 Jahre alt

Pflanzen mit Smartphone-Bildern bestimmen?

Was heute für Dich und uns völlig normal ist, war zum Projektstart 2014 nur eine große Idee und noch viel mehr Hoffnung: Mit dem Handy am Wegrand ein Foto zu machen und zu erfahren, was das ist, was da wächst. Nach der Sicherung der Finanzierung für 5 Jahre war die erste große Hürde, sehr viele korrekt bestimmte Pflanzenbilder zu bekommen. Aus diesem Bedarf heraus entwickelten wir die „Flora Capture“ App, mit der Freiwillige auch heute noch Tausende Pflanzenbilder aus definierten Perspektiven an uns übersenden. Außerdem unterstützten uns zahlreiche Expert:innen, indem sie uns ihre digitalen Pflanzensammlungen für das Training der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung stellten. Auf dieser Grundlage wurden die ersten Neuronalen Netze trainiert. Allen, die uns in dieser Phase begleitet haben, gilt unser aufrichtiger Dank!

Die erste Bestimmung

Am 16.11. 2017 war es soweit: Bei einem Evaluationstreffen mit den Förderern konnten wir den ersten funktionierenden Prototypen der App vorstellen. Das Raunen, was durch die Zuschauenden ging, als wir an diesem kühlen Herbsttag hinter dem Sportplatz der TU Ilmenau eine Schafgarbe fotografierten und die App das Ergebnis „Achillea millefolium“ ausgab, bleibt uns noch lange in Erinnerung. Von da aus waren es noch ein paar Monate Entwicklungsarbeit, bis wir am 24. April 2018 Flora Incognita der Öffentlichkeit präsentieren konnten: Mit ihr konnte man damals ganze 1700 Arten bestimmen- alle in Thüringen wild vorkommenden Pflanzenarten.

Ausgezeichnet beliebt

Bereits 2018 konnten wir 300.000 Bestimmungsanfragen beantworten (5 Jahre später erreichen wir diese Zahl an einem einzigen sonnigen Frühlingstag!), und so lag in den folgenden Monaten unser Fokus darauf, die App zu stabilisieren und neue Funktionen zu entwickeln. Jetzt, wo es die App wirklich gab, veränderte sich auch unser Fokus: Im Folgeprojekt geht es darum, Biodiversität zu dokumentieren und ihre Veränderung zu untersuchen. Dieses Bestreben zahlte sich aus: Die Vereinten Nationen wählten die Flora Incognita-App als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ aus. Weiterhin wurde die Flora Incognita-App mit einem Sonderpreis des Thüringer Umweltpreises 2019 geehrt und für den Kindersoftwarepreis TOMMI nominiert.Das Highlight: Zwei Jahre nach App-Veröffentlichung erhalten wir den Thüringer Forschungspreis.

Schicker, schneller, größer

Zunächst konnte Flora Incognita nur häufige und gut bestimmbare Arten mit hoher Sicherheit erkennen. Viele Jahre Forschung und das Mitwirken von vielen Menschen haben aber dazu geführt, dass mittlerweile auch die Bestimmung von schwierigeren Gruppen wie den Süßgräsern gut funktioniert. Manche, wie die Brombeeren oder Habichtskräuter, sind allerdings noch in sogenannten Aggregaten zusammengefasst. Diese sehr zahlreichen, oft nicht sicher trennbaren Arten genauer zu bestimmen wird in vielen Fällen erfahrenen Expert:innen vorbehalten bleiben. Letztes Jahr konnten wir Flora Incognita ein frisches Design verpassen, und pünktlich zur Saison 2023 konnte eine ganz neue KI ausgerollt werden, mit der wir nun über 16.000 Arten bestimmen können.

Aus Ilmenau über Deutschland in die ganze Welt

Flora Incognita kann mittlerweile in 20 Sprachen benutzt werden. Das ist einerseits modernen Übersetzungstools, aber vor allem auch der Mithilfe von vielen Freiwilligen zu verdanken, die diese Lokalisierungen testen und stetig verbessern. Durch die Internationalisierung verbreitert sich die Nutzerbasis stetig. Schon lange wird die App nicht mehr nur in Deutschland benutzt. Täglich erreichen uns begeisterte Bewertungen aus vielen Ländern Europas, aber vereinzelt auch schon aus anderen Kontinenten. Wir arbeiten weiterhin daran, neue Pflanzen zu trainieren und Flora Incognita fit zu machen für weltweite Pflanzenbestimmungen – für weltweites Monitoring der Pflanzenvielfalt.

Danke

Heute wird Flora Incognita 5 Jahre alt. Wir möchten an dieser Stelle DANKE sagen – unseren Förderern für die Finanzierung der letzten Jahre, aber auch allen Nutzerinnen und Nutzern. Für all die unzähligen Pflanzenbilder, mit denen wir unsere Netze trainieren. Für all die Fragen und Gespräche im technischen Support, aber auch bei Veranstaltungen in Jena, Ilmenau oder Berlin, bei denen wir vor Ort waren. Für das Verständnis, wenn es technisch einmal hakt – wir sind ein kleines Team und geben uns viel Mühe, aber nicht immer finden wir jeden Fehler rechtzeitig. Für das Folgen auf Social Media, das Miträtseln beim Montagsrätsel und dem Teilen von Pflanzenwissen. Und zuletzt, für all die freundlichen Kommentare, E-Mails und Bewertungen in den App-Stores.

Wie kannst Du uns unterstützen?

Oft erreicht uns die Frage, wie wir unterstützt werden können. Die Antwort ist leicht: Hilf uns, Flora Incognita bekannter zu machen. Wie geht das? Erzähl‘ Deinen Freunden, Kolleginnen und Kollegen, Bekannten und Verwandten von uns. Und wenn Du uns heute, am Florageburtstag, eine richtig große Freude machen willst, verfasse eine freundliche Bewertung im App-Store. Da wir kostenlos sind und im App-Store keine Anzeigen schalten, werden wir leider erst nach vielen kommerziellen Anwendungen angezeigt – wenn überhaupt. Viele gute Bewertungen können das ändern.

 

Dieser Artikel wurde im Frühjahr 2023 in der Flora-Incognita-App als Story angezeigt. In der App findest Du jederzeit spannende Informationen zu Pflanzen, Ökologie, Artenkenntnis, sowie Tipps und Tricks zum Pflanzenbestimmen. Schau‘ doch mal rein!

Pressemitteilung: Neue KI für Flora Incognita

„Flora Incognita“, Deutschlands beliebteste Pflanzenbestimmungs-App, wurde durch eine neue Künstliche Intelligenz weiter aufgewertet – die Anzahl der bestimmbaren Pflanzenarten hat sich dadurch verdreifacht: Weltweit können nun rund 16.000 Arten bestimmt werden. Die App, die jetzt in 20 Sprachen verfügbar ist, funktioniert nun zudem auch im Offline-Modus und ihr digitales Bildungsangebot wurde um eine Vielzahl an neuen Pflanzen-Informationen deutlich erweitert.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena verbesserten Flora Incognita mit einer neuen technologischen Basis aus selbstlernenden, tiefen neuronalen Netzen. Prof. Patrick Mäder, Leiter des Fachgebiets Datenintensive Systeme und Visualisierung und Projektleiter von Flora Incognita an der TU Ilmenau, und das Forscherteam aus Jena haben in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen, für diese Netze innovative Machine-Learning-Trainingsmethoden zu entwickeln: „Wir haben die neuen Methoden gleich für die Flora-Incognita-App angewendet und so konnten in unserem Rechenzentrum an der TU Ilmenau Millionen Bilder von Pflanzen weltweit verarbeitet werden. Mit den richtigen Bildern sind die neuen Netze jetzt in der Lage, viele Pflanzenarten mit einer Genauigkeit von nahezu 100 Prozent zu klassifizieren“.

Für die neue App-Version wurden außerdem die Benutzerfreundlichkeit und die Barrierefreiheit verbessert. So können Pflanzenfunde jetzt auch offline, also ohne Netzempfang, in der Natur angelegt und später (mit Internetzugang) automatisch bestimmt werden. Deutschlands beliebteste Pflanzenbestimmungsapp wird auch an Schulen und Universitäten von Pädagoginnen und Pädagogen zur Unterstützung der Lehre eingesetzt. Da Schulgeräte selten über mobiles Internet verfügen, profitiert insbesondere diese Zielgruppe vom neuen Offline-Modus.

Außerdem wurde ein neues spielerisches Element eingeführt: Nutzerinnen und Nutzer können für das Dokumentieren bestimmter Pflanzengruppen Abzeichen sammeln. So haben sie nicht nur selbst über einen langen Zeitraum Freude am Pflanzensammeln, sie stärken auch das Bewusstsein für Artenvielfalt in ihrem sozialen Umfeld. Die App schafft damit gleichzeitig einen Anreiz, auch schon bekannte Arten oder andere Pflanzengruppen zu dokumentieren, was den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wichtige Daten für ihre Forschungsprojekte liefert.

Neu ist zudem die Möglichkeit, Flora Incognita zur Durchführung von Citizen-Science-Projekten nutzen zu können. So können am Projekt beteiligte Laien wie gewohnt Pflanzen bestimmen, zum Beispiel invasive Arten einer Region, besondere Bäume, oder die Pflanzenvielfalt eines Schulgeländes.  Die Verantwortlichen des Citizen-Science-Projekts bekommen dann die anonymisierten Beobachtungsdaten zur wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Auswertung zugeschickt.

Aber nicht nur die Technik der Flora-Incognita-App ist besser geworden. Auch die Datengrundlage und die hinterlegten Informationen wurden erweitert. Dazu haben auch Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, also interessierte Laien, beigetragen. Mit der speziell für das wissenschaftliche Dokumentieren von Pflanzen entwickelten „Flora Capture“-App wurden bereits Tausende Aufnahmen aus definierten Perspektiven übermittelt, die zu einer deutlichen Verbesserung der Bestimmungsgenauigkeit der deutschen Flora, insbesondere kritischer Pflanzengruppen wie Süßgräsern, beigetragen haben. Studierende der Fachhochschule Erfurt beteiligten sich bei der Aufnahme tausender Bäume, sodass eine Bestimmung nun auch im Winter anhand von Knospenbildern möglich ist. Weitere bedeutsame Datengrundlagen für die Erweiterung der bestimmbaren Arten lieferten die Autoren des Werks „African Plants – A Photo Guide“, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Geisenheim und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.

Co-Projektleiterin Dr. Jana Wäldchen vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena kündigt an, dass in den nächsten Monaten auch das zusätzliche Informationsangebot in der App weiter ausgebaut werden soll: „Wir planen, die Pflanzensteckbriefe mit weiteren spannenden Fakten zu ergänzen. Wir denken da beispielweise an Informationen darüber, wie bestäuberfreundlich eine Art ist, oder ob sie invasiv ist. Damit möchten wir unseren Nutzerinnen und Nutzern nach der Bestimmung interessantes Pflanzenwissen mitgeben.“

 

Diese Pressemitteilung wurde am 18. April 2023 von der TU Ilmenau ausgegeben.

 

 

 

Flora Incognita jetzt mit Offline-Modus

Wir freuen uns, Euch mit einem neuen Release der Flora-Incognita-App neben zahlreichen kleinen Bugfixes zwei paar Updates geben zu können, nach denen viele gefragt haben:
– ein Offline-Modus
– Abzeichen für 2023

 

Ein Offline-Modus für Flora Incognita
Oft ist es so, dass die spannendsten Pflanzen dort wachsen, wo gerade keine Netzabdeckung ist, oder Pädagog:innen die App im Bildungskontext einsetzen wollen, aber die Notwendigkeit einer mobilen Datenverbindung das nicht möglich macht. Jetzt haben wir eine Lösung dafür: Den Offline-Modus. Was kann er?

Er ermöglicht es, Pflanzen mit der Flora-Incognita-App aufzunehmen und als Beobachtung zu speichern. Ihr erhaltet allerdings keinen Pflanzennamen, sondern bekommt die Beobachtung als „unbekanntes Kraut“, „unbekannter Baum“ etc. in Eurer Beobachtungsliste abgelegt. Das entspricht auch dem Prozess, den Botaniker:innen verfolgen würden: Was nicht erkannt wird, wird mitgenommen und später nachbestimmt. So nun auch mit der App. Wenn Ihr wieder zu Hause seid (oder irgendwo mit Zugang zum Internet), könnt Ihr die unbekannten Beobachtungen per Klick bestimmen lassen und Euch die Steckbriefe zu den Pflanzenfunden durchlesen – wie gewohnt.
Übrigens: Auch Pflanzen, die im Offline-Modus bestimmt wurden, tragen zum weltweiten Monitoring der Pflanzenvielfalt bei- sofern Ihr den Standort freigegeben habt. Der Fundort der Pflanze wird in dem Fall als Meta-Information an der Observation gespeichert.

 

Abzeichen 2023
Mit der Einführung der Abzeichen letztes Jahr haben wir vielen Nutzer:innen eine große Freude bereitet, und gleich in den ersten Tagen des Jahreswechsels erreichten uns Anfragen, ob es denn für dieses Jahr auch neue Abzeichen geben wird. Ja! Diese sind jetzt fertig implementiert und warten darauf, von Euch gesammelt zu werden:
– Pflanze des Jahres 2023: Sammelt die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)
– Baum des Jahres 2023: Sammelt eine Moor-Birke (Betula pubescens)
– Giftpflanze des Jahres 2023: Sammelt eine Petersilie (Petroselinum crispum)
– Heilpflanze des Jahres 2023: Sammelt eine Weinrebe (Vitis vinifera)
– Pflanzengesellschaft des Jahres: Sammelt einen Vertreter der Strandlingsrasen (Littorelletea uniflorae)

Viel Spaß!

Wenn Euch unsere App und das Pflanzenbestimmen Spaß macht, würden wir uns sehr über eine Bewertung und ein paar nette Worte im App-Store freuen. Vielen Dank!

Baum, Kraut, Gras, Farn und Kakteen mit den richtigen Merkmalen bestimmen

Dieser Artikel beantwortet die Frage, warum es sinnvoll ist, bei der Pflanzenbestimmung mit der Flora-Incognita-App die passende Wuchsform auszuwählen.

Warum eine Wuchsform wählen?

Wenn Du „Pflanze erkennen“ antippst, siehst Du im unteren Bereich Auswahlbilder für bestimmte Wuchsformen: Kraut (vorausgewählt), Gras, Baum, Kaktus und Farn. Die Auswahl der richtigen Wuchsform ist wichtig, da sich für jede von ihnen andere Pflanzenteile besser für die Bestimmung eignen. So ist es beispielsweise an einem hohen Baum schwierig, die Blüten zu fotografieren, während es bei einem Löwenzahn wenig sinnvoll ist, nach einem Bild der Rinde zu fragen.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Du vor Dir hast, kannst Du die Kategorie „Sonstiges“ auswählen. Die Bestimmung wird hier auch funktionieren, nur vielleicht nicht ganz so präzise sein. Außerdem wirst Du möglicherweise nach einer unpassendenPflanzenperspektive gefragt.

Botanische Wuchsform: Kraut

Mit der Wuchsform Kraut meinen wir krautige Pflanzen („Blumen“) und Sträucher. Hier sind Blüte, Blätter und Früchte für die Bestimmung interessant. Es gibt einjährige, zweijährige und mehrjährige krautige Pflanzen, aber alle blühen und fruchten nur einmal, bevor sie schließlich absterben. Sträucher sind kleiner als 2 Meter und haben keinen einzelnen, verholzten Stamm– was sie von Bäumen unterscheidet.

Botanische Wuchsform: Baum

Bäume zeichnen sich dadurch aus, dass sie langlebig sind und verholzen; außerdem blühen und fruchten sie viele Male. Sie haben grundsätzlich einen Stamm, der sich zu einer Krone verzweigt. Durch ihre Größe sind Blätter, Blüten oder Früchte oft nur schwer zu erreichen. Die meisten blühen nur kurz, deswegen fragen wir bei Bäumen je nach Jahreszeit vorrangig nach Fotos von Blättern, der Rinde oder Früchten, die sich auch dann noch gut zur Bestimmung eignen, wenn sie auf den Boden gefallen sind.

Botanische Wuchsform: Gras

Süß- und Sauergräser sind durch lange, dünne Blätter mit parallellaufender Nervatur und fehlenden Blattstielen gekennzeichnet. Ihre Blüten sind unscheinbar, sitzen in ähren- oder rispenförmigen Blütenständen, wie man sie beispielsweise von Getreide kennt. Auf den ersten Blick sind diese Arten schwer zu unterscheiden, daher ist es wichtig, nah an die Pflanze heranzugehen. Besonders das Blatthäutchen, was sich zwischen dem Blatt und dem Stängel befindet, und Einzelblüten sind wichtig für die Bestimmung. Um wirklich sicher zu sein, sind mehrere sehr detailreiche und aussagekräftige Fotos notwendig.

Botanische Wuchsform: Farn

Farne bestehen häufig nur aus einer grundständigen Blattrosette oder einzelnen Blättern (Wedel), die sich schneckenhausartig entrollen, wenn sie jung sind. Da Farne weder Blüten noch Früchte ausbilden, gibt es diese Bildkategorien bei den Farnen nicht. Stattdessen kann man auf den Unterseiten der Wedel bei vielen Arten auffällige Erhebungen (Sori) entdecken. Darin werden die Sporen für die Vermehrung gebildet. Die Form und Anordnung dieser Erhebungen sind oft arttypisch. Das macht sie wesentlich für die Bestimmung. Haben Wedel keine Sori, bezeichnet man sie als steril. Diese sehen dann oft anders aus als die sporentragenden Wedel, obwohl sie der gleichen Pflanze angehören.

Botanische Wuchsform: Kaktus

Kakteen gibt es in einer Vielzahl von Formen und Größen. Fast alle sind ausdauernde Sträucher (manchmal Bäume), deren Sprossachse zur Wasserspeicherung umgebildet wurde. Junge Sämlinge von Kakteen tragen Dornen – umgewandelte Blätter –  welche aber von einigen später wieder abgeworfen werden. Die Dornen werden von sogenannten Areolen gebildet,  spezialisierte Strukturen, die ein wichtiges Bestimmungsmerkmal von Kakteen darstellen. Areolen bilden neben Dornen auch Blüten aus.  Ausgewachsene Kakteen können einen Durchmesser von nur wenigen Zentimetern haben  – oder bis zu 15 Meter hoch werden.